FREISTADT

die mittelalterliche Braustadt

Freistadt war die einzige landesfürstliche Stadt im Mühlviertel. Sie wurde an einem alten Handelsweg, der von der Donau durch den Nordwald nach Böhmen führte, um 1220 vom Babenberger Herzog Leopold VI. gegründet. Siedler erhielten Grund und Boden und bauten ihr Haus als „freies Eigen“, woher sich der Name Freistadt ableiten lässt.

Die Stadt stellte ein Bollwerk gegen die unruhige böhmische Grenze dar, sollte aber auch den Passauer Bischöfen Einhalt gebieten und ein Stützpunkt für den Handel mit Böhmen sein (Salz und Eisen). Von Beginn an erhielt Freistadt besondere Privilegien: Das Stapel- und Niederlagsrecht (alle Waren, die aus Böhmen kamen oder dorthin gebracht werden sollten, mussten in Freistadt drei Tage lang zum Kauf angeboten werden), Straßenzwang und das Meilenrecht (kam 1363 dazu; innerhalb einer festgelegten Bannmeile waren Handel und Gewerbe sowie der Ausschank von Bier nur Freistädter Bürgern gestattet) trugen wesentlich zum Aufstieg der Stadt und zum Wohlstand der Bürger bei.

In ihrer Blütezeit im 14. und 15. Jahrhundert wurde vieles von dem geschaffen, was Freistadt heute so sehenswert macht. Selbst die zwei großen Stadtbrände 1507 und 1516 konnten den wirtschaftlichen Aufschwung der Stadt nicht bremsen.

Nach dem 30jährigen Krieg verlor Freistadt seine Bedeutung als Handelsstadt und seine Aufgabe als Grenzstadt. Der Wiederaufbau nach dem 2. Weltkrieg ging mit der Erhaltung mittelalterlicher Werte Hand in Hand. So sind zahlreiche Befestigungsanlagen sowie ein Großteil der Stadtmauer noch erhalten – eine Besonderheit, die nur noch auf wenige österreichische Städte zutrifft und die Freistadt stolz in Szene setzt. Das neue LED-Lichtkonzept holt die historischen Gemäuer jetzt auch am Abend vor den Vorhang!