Bad Radkersburg
Nach den Regeln alter Handwerkszunft

Das Handwerk spielt in der Stadt an der Mur schon immer eine bedeutende Rolle. Verschiedenste Zünfte bestimmen in hohem Maße das wirtschaftliche und kulturelle Leben und legen so den Grundstein des heutigen Bad Radkersburg.
Allein die 17 erhaltenen Zunfttruhen bezeugen die Bedeutung längst vergangener Handwerkskultur. Arkadenhöfe, prachtvolle Bauwerke, das einzigartige Museum und die mittelalterliche Stadtmauer verleihen der Stadt ihren südlichen Charakter.
Hier kann man genießen und die Seele baumeln lassen, durch romantische Auenlandschaften und idyllische Weinberge radeln – mit Rad karte oder GPS.
Radkersburg wurde erstmals im Jahr 1182 urkundlich erwähnt. Im 13. Jahrhundert erfuhr die alte Siedlung eine präzise Neuanlage, aus ihr wuchs die heutige Stadt Bad Radkersburg. Im Jahr 1265 noch als Markt genannt, erscheint Radkersburg 1299 als Stadt. Von vornherein war der Ort als Grenze und Sperre gegen Ungarn bestimmt, die Lage an der Mur und an anderen wichtigen Handelswegen machten die Stadt zu einem wichtigen Handelszentrum. Mehrere von Landesfürsten verliehene Privilegien waren die Quellen des Wohlstandes. Die wichtigsten unter ihnen waren das „Niederlagsrecht“ und das Privileg des „Weinvorkaufs“. Zu den wichtigsten Handelsgütern zählten Wein, Honig, ungarisches Schlachtvieh, Eisen und Salz.
Aufgrund neuer Verteidigungstechniken und der steigenden Bedrohung durch die Türken, wurde die Befestigung im 16. Jhdt . unter der Leitung oberitalienischer Baumeister ausgebaut. Dieser Befestigungsgürtel wurde 1582 am Reichstag zu Augsburg zur Reichsfeste ernannt und ist heute beinahe lückenlos erhalten.
Unter Kaiserin Maria Theresia erfolgte die Erhebung der Stadt zur Garnisonsstadt, die sie mit einigen Unterbrechungen bis heute blieb.
Am Ende des ersten Weltkrieges wurde die Stadt von SHS Truppen besetzt und erst im Juli, nachdem Anfang Februar ein vergeblicher Versuch zur Befreiung der Stadt unter der Leitung von Oblt. Mickl aus Zelting unternommen worden war, von den SHS Truppen verlassen. Bei den Friedensverhandlungen von St. Germain wurde die Mur zum Grenzfluß.
Im April 1945 wurde die Stadt von sowjetischen Truppen besetzt, wo bei vorausgegangenen heftigen Kämpfen nur 4 Häuser der Stadt unversehrt blieben. Als Erinnerung daran, dient das am Grazertorplatz stehende Denkmal.
1978 wurde Bad Radkersburg als bisher einzige Stadt Österreichs mit der Europagoldmedaille für Denkmalpflege ausgezeichnet. Von der Romanik bis zum Jugendstil finden wir hier sämtliche Baustile vertreten.
Die Analyse der Mineralwasserquelle Ende der 50iger Jahre, der Bau des Kurzentrums und die Erschließung der Thermalquelle 1978 machten Bad Radkersburg zu einem Kur- und Tourismusort mit 1.500 Einwohner.
Museum im alten Zeughaus
Das Museum der Stadt Bad Radkersburg befindet sich seit Mitte der 1950er Jahre im ehemaligen, aus dem 16. Jahrhundert stammenden Zeughaus der steirischen Landstände.
Mit der Neueröffnung im Mai 1998 versteht sich das “Museum im alten Zeughaus” nunmehr als historisch-volkskundliche aber auch aktuelle “Visitenkarte” der Stadt und ihrer Umgebung. mehr Infos...
Auf den Spuren Johannes Aquila
Im Keller der ehemaligen Pistorkaserne, die sich davor in Besitz der Familie Altottersbach befand, wurden 1951 profane Wandmalereien entdeckt, die von Johannes Aquila und seiner Werkstatt nach dem Jahr 1390 geschaffen wurden.
Das Tonnengewölbe war einst zur Gänze ausgemalt gewesen. Auf dem Gewölbe der West- und Ostseite sind nur dekorative Fragmente erhalten geblieben (ein Akanthus Ornament und perspektivisch abgebildete Konsolen). Auf der Nordwand sind im unteren Teil Szenen aus der Legende um Pyramos und Thisbe zu erkennen. Auf der linken Seite der Löwe beim Maulbeerbaum, rechts die narrative Darstellung des tragischen Endes von Pyramos und Thisbe. Die fragmentarisch erhaltenen Szenen werden oben von der Inschrift umrahmt. Die oberen Felder der Wand zeigen links eine fragmentarische Jagdszene und eine Turnierszene, in der Mitte die Architektur eines Schlosses, rechts ein Paar in einem umzäunten Garten. Auf der gegenüberliegenden südlichen Wand sind die Belagerung einer Stadt sowie eine Schlacht zu sehen.
Die Wandmalerei wurde in der al fresco Technik auf blaugrauem Hintergrund ausgeführt. Zu den verwendeten Farben gehören Zinnoberrot, Ocker, Violett, Blau, Weiß und Schwarz.
Stadtführungen ganzjährig:
jeden Donnerstag (wenn Werktag, ab 5 Personen)
Treffpunkt: Informationsbüro am Hauptplatz 14
Sommerzeit um 16.00 Uhr, in der Winterzeit um 15.00 Uhr
Kosten p.P. €4,- / mit Gästekarte € 3,-
Altstadt - Rundgang
1 Der Hauptplatz war der Marktplatz und ist umgeben von zwei- und dreigeschossigen Häusern, die einst in Besitz reicher Handelsherren und Adeliger waren.Der Rathausturm ist das Wahrzeichen der Stadt. Die drei unteren Geschosse sind aus gotischer Zeit. Der obere Teil des Turmes wurde durch Brand zerstört und 1806 neu aufgebaut. Drei Tafeln an der Außenseite im Erdgeschoß erinnern an die Opfer des Ersten Weltkrieges und an die Besetzung der Stadt nach dem Zusammenbruch der Monarchie. Im Inneren des Turmes befindet sich ein Denkmal für die Opfer des Zweiten Weltkrieges, gestaltet von Franz Silberbauer.
2 Die Mariensäule erinnert an die Pestplage von 1680 vor der Säule im Pflaster eingravierte Jahreszahlen erinnern u. a. an die Verbrennung der Lutherschriften. Vom Hauptplatz überquert man die Langgasse, einst der alte Handelsweg nach Ungarn und gelangt durch die schmale Dechanthofgasse zum prächtigen Arkadenhof des sogenannten
3 Palais Herberstorff, hier hinterließen italienische Baumeister ihre Spuren. Der ehemalige Besitzer, Carl von Herberstorff, war ein bedeutender Vertreter des Protestantismus in Radkersburg. Ein mittelalterlicher Turm, ein Teil der Stadtbefestigung, ist mit dem Haus verbunden. Ebenfalls unmittelbar an die mittelalterliche Befestigungsmauer angefügt ist der Dechanthof und an ihn schließt die Pfarrkirche an.
4Das Kirchenschiff der Stadtpfarrkirche St. Johannes der Täufer ist an den ehemaligen Wehrturm, der ursprünglich zur ersten Stadtbefestigung gehörte, angebaut. Man betritt die Kirche durch ein kunstvoll gestaltetes Portal aus Sandstein, das ursprünglich bunt gehalten war. Der Innenraum der dreischiffigen gotischen Basilika ist relativ hell, da die mittelalterlichen Glasfenster hellen Glasscheiben wichen. Grabsteine im Inneren und an den Außenmauern geben Zeugnis von einem alten Friedhof. Hier begegnen uns Namen bedeutender Radkersburger Familien, wie die Eggenberger oder die Wechsler. Parallel zur Langgasse verläuft die Pfarrgasse, die wiederum in einem leichten Bogen in diese mündet. Die Nordostecke der Stadt bildet der Tabor. In der Mitte des Platzes befindet sich eine Florianisäule. Von hier aus gelangt man in den Arkadeninnenhof des Museums.
5Das neugestaltete Regionalmuseum „Museum im alten Zeughaus“ befindet sich im ehemaligen landschaftlichen Zeughaus, das 1588 erbaut wurde. Ursprünglich war das Gebäude mit dem Provianthaus in der Langgasse durch einen Hof verbunden. Der Innenhof mit den zweigeschossigen Arkaden gehört zu den eindruckvollsten der Stadt und zeigt wiederum den Einfluß italienischer Baumeister. Durch das Haupttor des Hauses gelangt man in die Emmenstraße, die einst Sporgasse hieß. Benannt nach der Zunft der Sporer, das waren Schlosser, Büchsenmacher und Messerschmiede. Im großzügig erbauten Palais Nadasdy befindet sich heute die Hauptschule. Die Bindergasse, benannt nach den Faßbindern, verbindet die Emmenstraße, mit dem Hauptplatz.
6Die Pistorkaserne am Hauptplatz birgt im Keller des Hinterhofes Reste der Fresken Johannes Aquilas. (Schlüssel im Informationsbüro erhältlich) Der Radkersburger Maler Johannes Aquila zählt zu den frühesten kunsthistorisch greifbaren Namen in Mitteleuropa. Von seinem Schaffen zeugen die Fresken in den Kirchen von Velemèr, Turnisce, Martjanci und Fürstenfeld.
7Vom Hauptplatz durch das barocke Frauentor gelangt man zum Frauenplatz. Der Platz strahlt einen einmaligen Charme aus, den die niedrigen Häuser an der Südseite, die großen Bäume und das barocke Kirchenportal ausmachen.
8Die Frauenkirche ist ein spätbarockes Bauwerk, dessen Vorgängerbau 1504 erstmals urkundlich festgehalten ist. Der Turm wird von einer schönen Zwiebelhaube gekrönt. Hier wird auch die ehemalige Synagoge der jüdischen Bevölkerung von Radkersburg vermutet. Ende des 15. Jhdt. wurden die Juden aufgrund eines Erlasses Maximilians I. innerösterreichweit vertrieben.
9Blickt man an der Kirche vorbei in östlicher Richtung , sieht man die Kapuzinerklosterkirche. Ende des 14. Jhdt. wurde ein Kloster für Augustinereremiten erbaut, das Sandsteinportal ist noch aus dieser Zeit erhalten. Mitte des 16. Jhdt. wurde das Kloster aufgelassen und 1614 wieder mit Kapuzinern aktiviert. Im Zuge der Sekulärisierungswelle wurde auch dieses Kloster aufgelöst. Der umfangreiche Klostertrakt diente später als Kaserne und wurde 1940 abgebrochen. Vom gesamten Gebäudekomplex ist heute nur mehr die Kirche übriggeblieben. Weiter gelangt man in die Murgasse. Bei ihrer Einmündung in die Langgasse ist sie mit „Murnockerln“ gepflastert, was uns die ursprüngliche Straßenpflasterung Radkersburgs vor Augen führen soll.
10m Platz, wo einst das Grazertor stand, ist das sogenannte „Puchhaus“. In diesem Gebäude erlernte Johann Puch, der Gründer der Grazer Puchwerke, das Schlosserhandwerk. Gegenüber dominiert ein auffälliger Bau der Gründerzeit und ist heute Sitz des Finanzamtes. Auf der Grünfläche daneben steht das Russendenkmal, welches sich von 1945 bis 1958 am Hauptplatz befand. Es erinnert an die russische Besatzung nach dem zweiten Weltkrieg.
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Das Advent.Dorf ist von 26. November bis 18. Dezember jeden Donnerstag bis Sonntag geöffnet.
Alle Infos finden Sie im Advenfolder - erhältlich in der Gästeinfo Bad Radkersburg
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| Tourismusverband |























































